Vermittlungsablauf

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Wie läuft eine Vermittlung bei uns ab?

Wir freuen uns riesig, wenn du einer unserer Fellnasen ein neues Zuhause schenken möchtest.

Damit wir deine Lebensumstände schon ein bisschen kennenlernen können, füllst du bitte zuerst unseren sogenannten Selbstauskunftsbogen aus (am Ende dieses Textes zu finden).

Ein Vermittler aus unserem Team wird sich schnellstmöglich mit dir in Verbindung setzen.

Frage uns alles, was du wissen willst, wirklich alles  – je offener wir uns begegnen, desto eher können wir zusammen genau die Fellnase finden, die in dein Leben passt.

 

Deshalb besuchen wir auch alle unsere Adoptanten einmal persönlich. Dabei geht es uns nicht darum, wer einen Schöner-Wohnen-Wettbewerb gewinnt, oder ob jemand Weltmeister im Staubwischen ist. Aber ein persönliches Gespräch ist immer die beste Basis, um gemeinsam den "richtigen" Hund auszuwählen. Und das liegt uns sehr am Herzen.

Unser Ziel ist, dich möglichst gut zu beraten, welcher Hund in deine Lebensumstände passt. Dann steht einem glücklichen “Hundeleben” nichts mehr im Wege!

Wenn Du nach wie vor überzeugt bist, dass du Familienzuwachs möchtest, dann schließen wir den im Tierschutz üblichen Schutzvertrag ab - und dann heißt es Tage zählen, bis der Schatz einzieht.

Noch ein wenig  über unsere Hunde

Unsere Hunde leben entweder in privaten Pflegestellen in Bulgarien oder im Tierheim bzw. in einer Tötung, aber zum größten Teil auf der Straße ohne Schutz.

Dort arbeiten unsere Tierschützerinnen, die oft ihr letztes Hemd geben, um diese Hunde von der Straße zu retten. Ohne sie droht allen unseren Fellnasen ein schlimmes Schicksal. Die Hunde kommen aus verschiedensten Umständen – mal kennen wir ihre Vergangenheit fast lückenlos, mal wissen wir nur wenig, mal gar nichts.

 

Was aber ganz sicher ist: Diese Hunde haben schon einmal Not bzw. Entbehrung erlitten und wir wünschen ihnen ein liebevolles Zuhause auf Lebenszeit!

Unsere bulgarischen Tierschützer bemühen sich, so gut wie möglich Auskunft über einen Hund und seinen Charakter zu geben. Um einem Tierschutzhund ein dauerhaftes Zuhause zu geben, solltest du dir darüber bewusst sein, dass es sich um ein Lebewesen handelt und wir leider auch beim besten Willen nicht alle Verhaltensweisen vorhersagen können. Das Leben in einem Tierheim ist nicht zu vergleichen mit einem Leben in einer Familie.

Bei den meisten Hunden ist nicht bekannt, welche Rassen in ihnen vereint sind. Die Elterntiere sind in den wenigsten Fällen bekannt. Eine Einschätzung beruht dann rein auf dem Phänotyp des Hundes, was aber nicht bedeutet, dass diese Rassen wirklich unter den Vorfahren waren. Hierfür und für bestimmte Charaktereigenschaften können wir keine Garantie übernehmen. Viele der Hunde in Bulgarien sind Nachkommen von Mischlingen.

Besonders bei Welpen ist es oft schwer einzuschätzen, welche Rassen vereint sein könnten bzw. wie groß der Welpe einmal werden wird. In dieser Hinsicht sind unsere Hunde echte Überraschungseier. Unsere bulgarischen Tierschützer sind bemüht, die Hunde so gut wie möglich zu beschreiben und einzuschätzen.

Bitte plane ausreichend Zeit ein, um dem Tier mit Geduld und Konsequenz das Einleben zu erleichtern – ein Hund wird nicht vom ersten Tag an "funktionieren". Es gibt weder den perfekten Hund, noch gibt es - egal, bei welchem Lebewesen - irgendwelche Garantien. Eine Hundeschule kann wichtige Impulse geben, um das Zusammenleben zu erleichtern. Sendet man dem Hund die richtigen Signale, so wird er entsprechend reagieren. Unerwünschtes Verhalten lässt sich durch erwünschtes Verhalten ersetzen. Ein großer Vorteil: Fast alle Tierschutzhunde sind extrem bestechlich ;-)

Aber auch hierfür haben wir einen Hundetrainer in unserem Team, der dir und deinem Schatz immer zur Seite stehen wird. Wir werden euch nie alleine lassen!

Thema Gesundheit

Alle Hunde sind geimpft,  gechipt und wurden gegen Parasiten behandelt.

 

Es gibt in  Bulgarien nur wenige "typische" Krankheiten. Babesiose, Borreliose, Anaplasmose, Ehrlichiose und Leishmaniose kommen vor, sind mittlerweile aber auch schon in Deutschland heimisch.

 

Bei der tierärztlichen Untersuchung wird der Hund auf eine Herzwurminfektion getestet, bei Zeckenbefall auch auf weitere Erkrankungen. Nach sechs Monaten sollte der Test von euch wiederholt werden.

Wenige Tage vor der Reise ins Glück werden die Tiere erneut einem Tierarzt vorgestellt und gegen Würmer und Ektoparasiten behandelt.  Dies wird im EU-Ausweis dokumentiert.

 

Einzug ins heimischen Glück

Für uns endet eine Vermittlung nicht mit der Übergabe der Fellnase:

Wir stehen auch nach der Adoption mit Rat und Tat zur Seite!

Zu einem gewissen Grad ist jeder Hund aus dem Tierschutz, der älter als wenige Monate ist, ein kleines Überraschungspaket. Ängste können erst viel später wieder hervorgerufen werden und manche Reaktionen des Tieres sind nicht vorhersehbar. Beobachte deinen Hund und hilf ihm, seine Ängste und Probleme abzubauen.

 

Manche Hunde verkraften den Transport und die Veränderungen problemlos, andere sind zunächst stark beeindruckt und zeigen sich verängstigt. Bitte habe Verständnis und Geduld und lass den kleinen Schatz möglichst in Ruhe. Auch Verwandte und Freunde, die sich auf das neue Familienmitglied freuen, sollten erst einmal vertröstet werden.

 

Gib deinem Hund auch einen Rückzugsort, an dem er sich sicher fühlt. Bei zurückhaltenden Hunden solltest du jede Kontaktaufnahme (auch ein Blick reicht schon) belohnen – so wird für den Vierbeiner eine positive Verknüpfung zu dir entstehen. Die meisten Vierbeiner sind gut bestechlich – füttere ruhig die erste Zeit den Großteil des Futters aus der Hand, um einen positiven Kontakt zu ihnen herzustellen.

Verlange nicht direkt zu Beginn Dinge wie "Sitz", "Platz", "Komm" – deine Fellnase weiß nicht, was du von ihr willst, und du solltest zunächst eine Vertrauensbasis schaffen, auf der du später aufbauen kannst.  Bedenke, dass ein Hund erst nach einigen Wochen "wirklich" zuhause ankommt.

 

Du solltest von Anfang an liebevoll, aber konsequent an der Erziehung arbeiten. Mit "Lass ihn doch, er ist doch noch fremd" tust du deinem Hund keinen Gefallen. Vorher überlegen, was der Hund darf und was nicht, dann wird der Hund schnell die Regeln verstehen und sich sicher fühlen.

 

Couch und Bett sollten erst einmal tabu sein! Selbst wenn dir das eigentlich egal ist. Hier geht es nicht um Hundehaare oder schmutzige Pfoten auf dem Polster – viel mehr sollte der Hund erst einmal lernen, dass er das kleinste Licht im neuen "Rudel" ist. Das ist keine Gängelei, sondern eine Hilfe für das Tier, seine Position zu finden.

 

Wahre eine gewisse Distanz zum Hund, bedränge ihn nicht – er wird es dir danken, indem er dich als souveränen Rudelführer anerkennt. Schnell wird er dir Vertrauen schenken und von sich aus den Kontakt suchen. Du kannst später alle diese anfänglichen Restriktionen abbauen, wenn du möchtest – aber bis du weißt, ob der Hund gegebenenfalls Interesse an einer Diskussion um eine höhere „Rudelposition” hat, solltest du seine Rechte durchaus einschränken. Hunde sind nicht “dominant” oder “nicht dominant” – aber es gibt welche, die Gelegenheiten zum “Aufstieg” suchen und nutzen, und welche, die überhaupt kein Interesse daran haben. Davor bewahrt dich  auch nicht die Wahl einer bestimmten Rasse – genau wie unter Menschen gibt es verschiedene Charaktere und man kann vorher nicht wissen, wie sich ein Hund entwickelt.

 

Wenn du dich für ein Zusammenleben mit einem Hund entscheidest, solltest du bereit sein, dich auf den Charakter deines Tieres einzulassen und entsprechend darauf zu reagieren.

 

Eine gute Hundeschule ist eine gute Investition in einen unkomplizierten Alltag – lasse dich nicht verunsichern, wenn andere Leute dir erklären, dass der eigene Hund das “nicht nötig” hatte. Die Hundeschule macht Zwei- und Vierbeinern viel Spaß, festigt die Bindung und erleichtert zudem das tägliche Training, weil man sich zwischendurch Tipps holen kann. So wirst du dein Ziel schneller erreichen.

 

Wenn du bereits einen Hund hast, solltest du die erste Zeit deutlich getrennt füttern – gegebenenfalls  in zwei verschiedenen Zimmern, bis beide Hunde wissen, dass der jeweils andere keinen Futterneid entwickelt. So lassen sich mögliche Reibereien leicht vermeiden.

 

 

Thema Stubenreinheit

 

Die Hunde aus den Pflegestellen kennen den Familienalltag und sind in aller Regel bereits stubenrein. Du solltest jedem Fellnäschen aber gerade am Anfang in festen Zeitintervallen zeigen, dass es bei dir genauso regelmäßig raus gehen kann wie bisher.

 

Erwachsene Hunde, die an der Kette oder im Zwinger gelebt haben, kennen das zwar nicht, aber erstaunlicherweise sind viele von ihnen fast von Anfang an stubenrein. Du solltest jedoch nicht davon ausgehen, sondern lieber vorsorglich eine große Packung Küchenrolle und Essigreiniger kaufen, um eventuelle Missgeschicke kommentarlos entfernen zu können.

 

Welpen haben noch eine geringere Blasenkapazität und müssen in der Regel häufiger raus, anfangs auch nachts. Bitte bring deinen Welpen nach dem Schlafen, nach dem Fressen und nach dem Toben (wenn er das Spiel abbricht und zu schnuffeln beginnt) nach draußen. Warte ruhig an einer Stelle bis der Kleine sich löst. Danach ist reichlich Loben angesagt!

 

Bei Rüden ist es normal, dass sie ihr neues Revier markieren – insbesondere, wenn schon andere Hunde da sind oder waren. Bedenke, dass ein Hund Zeit und Geduld braucht, bis er sich an die neuen Regeln und Gewohnheiten seiner Heimat gewöhnt hat.

Fülle den Selbstauskunftsbogen bitte aus und sende uns diesen an

Vermittlung@fellhelden-ev.com